PHC 2008

Unser kleines „Tagebuch“ zu dem Pro/Am-Turnier „Paul Hunter Classic“ in Fürth:

Donnerstag, 28.08.08 (1.Turniertag):

Die Qualifikationsrunden beim Paul Hunter Classic 2008 in Fürth. Viele deutsche und auch einige ausländische Snooker-Amateure kämpften in der Fürther Stadthalle um den Einzug in die Gruppenphase. Am Abend traten dann schon die ersten anwesenden Profis der Szene an den Tisch, um diese Gruppenrunde zu eröffnen. Mit debei am ersten Tag unter anderem Tom Ford, David Roe, Tony Drago und Rod Lawler. Erste beeindruckende Breaks und Safetyduelle waren dann gegen Abend schon zu bestaunen. Ab Freitag wird’s dann richtig spannend, wenn weitere Topstars wie Steve Davis, Shaun Murphy und auch Matthew Stevens ihr Können unter Beweis stellen.

Freitag, 29.08.08 (2.Turniertag):

Der Tag der Gruppenspiele. In 40 Vierergruppen mit je einem Profi oder sehr guten Amateur sowie 3 etwas schwächeren Amateuren spielte jeweils jeder gegen jeden, wobei für die Amateure die Matches gegen die Profis natürlich das Highlight darstellten. Das macht ja auch gerade den Reiz des Pro-Am-Turniers aus. Alle Profis qualifizierten sich erwartungsgemäß für die K.O.-Runden, die dann ab Samstag stattfanden. Lediglich Shaun Murphy musste sich gegen einen der Gruppengegner geschlagen geben und qualifizierte sich nicht wie alle anderen Professionals als Gruppensieger, was bereits in der ersten K.O.-Runde zu einem Top-Match kam. Dieses und viele weitere Duelle folgten dann am Samstag.

Samstag, 30.08.08 (3. Turniertag):

Der dritte Tag des PHC brachte einige Höhepunkte mit sich. Für die erste Überraschung des Tages sorgte der niederländische Maintour-Schiedsrichter Jan Verhaas, der wie auch im Jahr zuvor das größte deutschsprachige Pro/Am-Turnier nicht nur als Zuschauer, sondern in seiner Tätigkeit als Referee genoss. Für das “Paul Hunter Classic“ in Fürth verließ er sogar vorzeitig das Weltranglistenturnier „Northern Ireland Trophy“ in Belfast.
Da heute die Profis, die größtenteils aus Großbritannien stammen, regelmäßig in den Turnierverlauf eingriffen, boten die Matches deutlich hochklassigeres Snooker und mehr Spannung als die der ersten beiden Turniertage. Für die Highlights sorgte unter anderem Shaun Murphy, der nicht nur ein Break von 146 Punkten spielte, sondern sich auch zwei erstklassige Safety-Schlachten in seinen beiden Spielen gegen Tony Drago und den Titelverteidiger Barry Pinches lieferte, die er beide für sich entschieden konnte. Eine Titelverteidigung von Pinches ist somit für dieses Jahr ausgeschlossen und es wird einen neuen Champion geben.
Aber auch die Lachmuskeln wurden heute beansprucht. Das Match zwischen dem Engländer Mark „Leicester Jester“ Selby und dem Deutschen Sascha Lippe bot den Zuschauern eine ordentliche Portion Humor. Während der erste Frame noch unter normalen Umständen ausgetragen wurde, entwickelte sich der Rest zu einer Snooker-Komödie. Beide Akteure trieben Späße mit dem Gegner und dem Publikum und vor allem Mark Selby machte seinem Spitznamen „Jester“ (zu Deutsch: Spaßvogel) alle Ehre. Am Ende hieß Ergebnis, das angesichts des Spielverlaufs bei den beiden Spielern eher nebensächlich wirkte, 3:1 für den Engländer. Ein Erlebnis, wie es auf der Maintour, wo es immer um wichtige Weltranglistenpunkte geht, nie zu sehen ist. Auch dies ist ein Beweis für die lockere und freundliche Atmosphäre in der Kleeblattstadt Fürth.
Alles in allem war der vorletzte Tag des PHC ein gelungener Snooker-Tag, der Appetit auf die Finalrunden am morgigen Sonntag macht.

Sonntag, 31.08.08 (4.Turniertag):

Der Tag der Entscheidung. Angefangen mit den letzten Partien der Runde der letzten 32 fanden am letzten Tag alle Matches bis zum großen Finale statt. Es war Shaun Murphy zu verdanken, dass er durch seine bereits erwähnte Niederlage in einem Gruppenmatch für das Traumfinale sorgen konnte. Mit Murphy und Mark Selby standen nicht nur zwei Engländer, sondern wohl die beiden besten Akteure des Turniers zurecht im Endspiel, das auf 4 Gewinnframes angesetzt war. Unter der Leitung des deutschen Schiedsrichters Ingo Schmidt setzte sich Shaun Murphy deutlich mit 4:0 durch und machte kurzen Prozess mit seinem Gegner, dessen Spiel im Gegensatz zu den Runden vorher erstaunlicherweise mit einigen Fehlern gespickt war.
Sowohl bei der Begrüßung der Spieler, als auch beid er abschließenden Siegerehrung kochte die Arena in Fürth, wovon Moderator Bernie Mickeleit sichtlich beeindruckt war. Die Spieler bedankten sich bei den Zuschauern und kündigten sofort ihre Wiederkehr im nächsten Jahr an.
Alle Ergebnisse finden Sie zum nachlesen auf http://217.7.4.222/.

Mit der Siegerehrung gingen also 4 Tage Snooker vom Feinsten zu Ende. Im nächsten Jahr wird es Ende August die nächste Ausgabe des Paul Hunter Classic geben, dann hoffentlich wieder ohne parallel verlaufendes Weltranglistenturnier, sodass wieder mehr Profis und die Moderatoren-Legende Rolf Kalb vor Ort sein können, wenn in Fürth wieder die Queues geschwungen werden.

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